Eine möglichst starke Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger ist mir sehr wichtig. Dies gilt insbesondere für diejenigen, die von Entscheidungen direkt betroffen sind. Zu klären ist, welche Beteiligungsformen größtmögliche Akzeptanz erfahren und wie man diese effektiv umsetzt. Ohne zusätzlichen Mitteleinsatz wird dies kaum möglich sein. Dafür werde ich mich einsetzen.

Als besonderen Bevölkerungsteil möchte ich gezielt die Jugend intensiver ansprechen, denn oftmals wird über ihre Zukunft entschieden. Denkbar wäre ein Jugendparlament mit Antrags- und Rederecht im Stadtrat, aber auch digitale Beteiligungsformen sind möglich. Ich werde hier gemeinsam mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen einen erfolgversprechenden Weg suchen.

Aus langjähriger Erfahrung als Polizeibeamter in Rotenburg und als Leiter der Polizeiinspektion kenne ich problembehaftete Bereiche der Stadt sehr gut und weiß, dass sogenannte „Angsträume“ vorhanden sind. Auch wenn unsere Kriminalitätsstatistik eine andere, deutlich positive Sprache spricht, darf es nicht sein, dass man sich unsicher fühlt, wenn man z.B. abends durch die Fußgängerzone geht!

Als Polizeichef arbeite ich bereits seit längerem mit den Kommunen zusammen an dieser Thematik. 2020 wurde auf meine Initiative hin die „Sicherheitspartnerschaft zur Bekämpfung clankrimineller Gruppierungen“ ins Leben gerufen. Sie zeigt bereits erste Erfolge.

Sicherheit

Wichtig ist mir eine sinnvolle Präventionsarbeit. Mit ihr müssen wir versuchen, Kinder und Jugendliche gar nicht erst „abrutschen“ zu lassen. Dies ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die durch die Polizei alleine nicht gelöst werden kann. In die bereits vorhandenen kommunalen Strukturen werde ich mein polizeiliches Wissen hierzu einbringen.

Eine intensive Zusammenarbeit der Stadt Rotenburg und der Polizei Rotenburg ist hierbei schon jetzt in allen Themen gewährleistet und ich werde mich auch weiterhin dafür einsetzen.

 

Verwaltung soll für Sie da sein – für die Bürgerinnen und Bürger Rotenburgs und der Ortschaften. Dazu gehört für mich neben der Umsetzung der Digitalisierung auch, dass Verwaltung ihr Handeln nach Möglichkeit transparent macht und aktuelle Entwicklungen, aber auch grundlegende Entscheidungen in verständlicher Weise darstellt.

Amtliche Bekanntmachungen sind für diese Anforderung einer allgemeinen, verständlichen und erklärenden Information kaum geeignet. Ich kann mir sehr gut zusätzliche Informationsformen vorstellen, wie zum Beispiel „Stadtnachrichten“, die regelmäßig oder aus besonderem Anlass erscheinen. Man kann sie über verschiedene Kanäle zur Verfügung stellen, wie zum Beispiel Facebook oder aber auch die Homepage der Stadt. Hier kann erklärt werden, warum mehr Bäume als ursprünglich geplant gefällt werden müssen, wie die Umgestaltung einer Straße gestaltet werden soll und welche Coronaregeln gerade bei uns gelten. Entsprechende Beispiele anderer Städte habe ich bereits gesehen, als ich mich mit diesem Thema beschäftigt habe.

Eine andere aktuelle Infoform praktiziert gerade mein Studienkollege Jürgen Markwardt, Bürgermeister der Hansestadt Uelzen. Seit Beginn der Pandemie informiert er mit Videos via Internet (Homepage, Facebook) über aktuelle Entwicklungen und vor allem auch Vorschriftenänderungen. Dies tut er, um die Bürgerinnen und Bürger Uelzens auf dem Laufenden zu halten und die sie betreffenden Informationen gebündelt weiterzugeben, egal, wer für die Regelungen verantwortlich zeichnet.

Diese beiden Beispiele nenne ich bürgernahen Service – und genau so möchte ich Ihrem Recht auf Information entsprechen.

Unser aller Alltag wird durch die fortschreitende Digitalisierung begleitet und verändert. Bei der weiteren Entwicklung Rotenburgs in all ihren Facetten ist dieses Thema ständig und intensiv zu betrachten. Chancen sind zu nutzen, Risiken gilt es abzuschätzen.

Für die Stadt selbst als bürgernahen Dienstleister bedeutet dies, Verwaltungsleistungen in Zukunft elektronisch anzubieten, von der Terminvergabe bis hin zur Antragseinreichung. Der Anfang hierzu ist auf Bundesebene gemacht, jetzt gilt es, dieses Thema mit entsprechender Priorisierung auch in den Kommunen voran zu bringen.

Digitalisierung
 

Corona und Lockdown – ihre Folgen sind auch im Bereich der hiesigen Wirtschaft schmerzhaft spürbar. Die sonst so lebendige Innenstadt ist stiller geworden, viele Betriebe und Geschäfte haben geschlossen oder fahren nur mit „reduzierter Kraft“. Die Folgen des Lockdowns für die hiesige Wirtschaft sind im Detail noch gar nicht absehbar. Es wird auch in Zukunft Aufgabe der Stadt und der hiesigen Politik sein, unsere Unternehmen auf dem Weg aus dieser Krise unterstützend zu begleiten.

Rotenburg und die Ortschaften müssen weiterhin attraktiv sein für ansässige und interessierte Unternehmen wie auch für Existenzgründer. Mir ist hierzu eine enge Zusammenarbeit der Stadt mit bereits bestehenden Akteuren und Netzwerken, wie dem Rotenburger Wirtschaftsforum, der IG CityMarketing, dem VTS und der neu gegründeten AG „Gutes für die Goethestraße“ wichtig. In diesem Zusammenhang begrüße ich das Projekt „Fachhochschule in Rotenburg“ ausdrücklich, da unserem Nachwuchs so eine lokale Alternative zu auswärtigen Studiengängen geboten werden kann und die Chance größer ist, ihn hier in unserem Raum zu halten.

Die Landwirtschaft ist für mich wesentlicher Teil der hiesigen Region. Sie hat eine große wirtschaftliche, aber auch ökologische Bedeutung. Eine enge Zusammenarbeit mit unseren landwirtschaftlichen Betrieben ist mir wichtig und selbstverständlich.

Rotenburg hat ein Stadtentwicklungskonzept sowie eine Verkehrsentwicklungsplanung auf den Weg gebracht. Die Kombination dieser beiden Konzepte gibt Rotenburg in den nächsten Jahren die Chance, bei einer Aufnahme in die Städtebauförderungsprogramme große Schritte nach vorn gehen zu können.

Stadtentwicklung

Wir sollten sie nutzen, um:

  • die Innenstadt als lebendigen Aufenthaltsraum für alle weiterzuentwickeln
  • grüne Flächen in der Stadt („Stadtgrün“) weiter zu forcieren
  • attraktiven und bezahlbaren Wohnraum zu erhalten bzw. neu zu schaffen
  • moderne, umweltfreundliche Verkehrsstrukturen zu schaffen
  • den Verkehrsfluss zu optimieren
  • die Parksituationen am Bahnhof und am Krankenhaus zu entschärfen sowie in der Innenstadt weiter zu entwickeln
  • Rotenburg insgesamt klimagerechter und nachhaltiger zu entwickeln

Das Vereins-, Kunst- und Kulturleben in einer Kommune sowie der ehrenamtliche Einsatz in Vereinen, Organisationen, aber auch ungebunden sind für mich wesentliche Standbeine unserer Gesellschaft. Vereine und kulturelle Veranstaltungen bringen Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammen und fördern gemeinsame Aktivitäten, der soziale Zusammenhalt wird gestärkt. Bei der Integration neu in der Gemeinde angekommener Menschen leisten sie wertvolle Beiträge. Gerade in Zeiten wie diesen merken wir schmerzlich, wie sehr uns diese Bereiche in unserem täglichen Leben fehlen.

Kunst, Kultur, Vereinsleben und ehrenamtliche Tätigkeit genießen daher in der Stadt Rotenburg und ihren Ortschaften völlig zu Recht ein hohes Ansehen. Diese Mitmenschen, ihre Organisationen und Vereine mit besten Kräften zu unterstützen sehe ich als meine selbstverständliche Aufgabe an, die ich mit Freude erfüllen werde.

Als großen Teil der ehrenamtlichen Arbeit möchte ich hier den Dienst in den Freiwilligen Feuerwehren gesondert ansprechen. Ich arbeite als Polizeibeamter seit fast 40 Jahren mit der Feuerwehr zusammen und schätze ihre Einsatzbereitschaft und ihre Professionalität sehr. Die Stadt Rotenburg hat als gesetzliche Aufgabe für ihren Bereich eine leistungsfähige Feuerwehr aufzustellen, auszurüsten, zu unterhalten und einzusetzen. Dieser Aufgabe werde ich mich mit Nachdruck widmen und dabei die Belange unserer Feuerwehren in enger Zusammenarbeit mit ihnen erheben.

Familien sind nach meiner Auffassung Grundlage unserer Zukunft und extrem wichtiger sozialer Raum für den Menschen. Meine Familie steht im Zentrum meines Lebens. Familien in jeder Hinsicht zu unterstützen, ist daher für mich eine von Herzen kommende Selbstverständlichkeit.

Dazu gehört, das Aufwachsen der Kinder bestmöglich zu begleiten. In den KiTa's (nicht  nur in Rotenburg) fehlt es immer mehr an Fachpersonal. Die Arbeitsplätze in unseren KiTa's attraktiv zu gestalten, sehe ich als  wesentliche Aufgabe für mich, um so qualifizierte Erzieherinnen und Erzieher für die Aufgabe hier zu gewinnen. Dies gilt erst recht vor dem Hintergrund eines zu erwartenden Bevölkerungszuwachses und des somit erforderlichen Aufwuchses der Platzangebote. Die vorhandene Vielfalt der Trägerschaften sollte unbedingt beibehalten werden, um weiterhin verschiedene pädagogische Konzepte anbieten zu können.

Die Stadt Rotenburg ist Schulträger dreier Grundschulen und der IGS. Die digitale Infrastruktur in den Schulen inklusive der digitalen Anbindung der Schülerinnen und Schüler werden bestimmende Themen der nächsten Jahre sein, hierauf werde ich ein besonderes Augenmerk legen.

Mein Wunsch ist, den Schulstandort Rotenburg als Ganzes zu betrachten. Wichtig ist mir, allen Kindern bzw. Jugendlichen ein ihren Bedürfnissen entsprechendes Bildungsangebot möglichst vor Ort zu ermöglichen. Gerade in Bezug auf die weiterführenden Schulen sehe ich die Aufgabe für beide Schulträger, Stadt und Landkreis, in enger Abstimmung miteinander ein solches Angebot zu unterbreiten.

Die Volkshochschule als wesentlicher Bestandteil der Erwachsenenbildung befindet sich ebenfalls in Trägerschaft der Stadt Rotenburg. Sie bietet ein breit gefächertes Angebot, und alle warten darauf, endlich wieder „mit Volldampf“ loslegen zu können. Dabei werde ich unsere Volkshochschule nach besten Kräften unterstützen.