Der Rotenburger Torsten Oestmann bewirbt sich um das Bürgermeisteramt

ad. Ein Bürgermeister ist zur politischen Neutralität verpflichtet! Dieser Grundsatz für Hauptverwaltungsbeamte scheint in manchem Kreis- oder Rathaus in Vergessenheit geraten zu sein. Nicht so für Torsten Oestmann, der sich bei den Rotenburgerinnen und Rotenburgern um das Bürgermeisteramt bewirbt. Für den unabhängigen Kandidaten sind sachliche Inhalte und die Beteiligung von Betroffenen wesentlich wichtiger als parteipolitische Ideologien.

„Wenn ich einen Streifenwagen ausstatte, dann frage ich doch die Streifenwagenbesatzung, was gebraucht wird“, nennt Oestmann ein Beispiel für seinen Umgang mit Themen aus seinem derzeitigen Berufsleben als Rotenburger Polizeichef. Torsten Oestmann sieht die Aufgabe eines Verwaltungschefs darin, die unterschiedlichsten Ansichten gepaart mit den nötigen Kompetenzen anzuhören, um am Ende die beste Lösung zu finden. Sachorientiert und auch für ungewöhnliche Ideen offen, möchte Oestmann als Bürgermeister die Betroffenen zu Beteiligten machen.

So zum Beispiel auch mit den jungen Menschen gemeinsam erarbeiten („am liebsten mit den Schulen zusammen“), was für die Jugend wichtig ist und wie sie sich und ihre Vorstellungen am besten in die Rotenburger Politik einbringen kann. „Mir ist es ein großes Anliegen, unter anderem beim Thema Maitour mit der Jugend direkt ins Gespräch zu gehen. Mit Unzufriedenheit auf allen Seiten ist doch niemandem gedient. Das würde ich gleich im November angehen, damit die Zeit reicht, bis zum nächsten Mai gemeinsam etwas zu entwickeln. Die Tour soll stattfinden, ohne Aspekte wie Umweltschutz, Anliegerbedürfnisse und Sicherheit allgemein aus den Augen zu verlieren“, ist der Bürgermeisterkandidat zuversichtlich, dass nur gemeinsam gute Lösungen entstehen können.

Für Torsten Oestmann bedeutet die Aufgabe eines Verwaltungschefs vor allem Verantwortung und Vertrauen, besonders in die Kompetenzen der Mitarbeiter:innen. „Als Führungskraft stelle ich zusammen mit meinen Mitarbeitenden und natürlich der Politik die Weichen. Ich muss Kompetenzen erkennen und entsprechend Verantwortung für Aufgaben übertragen, dies fördert die Motivation“, beschreibt Oestmann seine Vorstellung einer funktionierenden Verwaltungsleitung. Nach seiner politischen Erfahrung gefragt, antwortet der parteiunabhängige Kandidat schmunzelnd: “Ich habe durch meinen Beruf langjährige Erfahrungen damit, beim Aufeinanderprallen gegensätzlicher Interessen sachliche Lösungen zu finden!“ Dass Oestmann im Zuge seiner Ausbildung auch mehrere Studienjahre mit dem Thema Verkehrsplanung befasst war, wird ihm im Bürgermeisteramt sicherlich dienlich sein. Doch der derzeitige Polizeichef betont, dass er als Bürgermeister kein „aktiver“ Polizist mehr sein wird. „Ich weiß schließlich sehr genau, dass wir wirklich fähige Polizistinnen und Polizisten in Rotenburg haben“, ergänzt Oestmann mit einem Augenzwinkern.

Natürlich sei das Thema Sicherheit ihm weiterhin wichtig, aber eben so, wie es von einem Bürgermeister erwartet werde. Die Themen, die im Rathaus anstehen, sind vielfältig und brauchen den sachlichen Blick. So zum Beispiel auch die Jahresabschlüsse. „Dazu werde ich sehr früh in einem ehrlichen Gespräch mit der Kämmerei ergründen, welche Grundlagen aus ihrer Sicht zu schaffen sind, um die fehlenden Jahresabschlüsse mit einem verlässlichen Zeitplan versehen zu erstellen. Das Ergebnis stimmen wir dann mit dem Landkreis ab, so dass aus dieser Richtung keine Gefahr mehr für den Haushalt besteht.“

Um auch problematische Themen wie dieses erfolgreichen Lösungen zuzuführen, sei „allseitige offene und ehrliche Kommunikation“ das A und O, ist Oestmann überzeugt. 

Dazu gehört für ihn, dass er regelmäßige Treffen für bestimmte Themen initiieren möchte. Angebote soll es unter anderem geben für die Geschäftsleute der gesamten Innenstadt, aber auch ein weiterer Kreis mit der gesamten Wirtschaft sei ihm zum Austausch wichtig. „So kann ich erfahren, welche Themen direkt vor Ort wichtig sind, und der Austausch untereinander ist genauso wichtig“, erläutert er diese Absicht.

Solche Runden soll es zum Beispiel auch mit allen Kulturschaffenden Rotenburgs und umzu geben. „Und vielleicht schaffe ich es ja auch, diesen kommunikativen Weg in die Politik selbst zu bringen. Mein Ziel ist, dass wir uns bei komplexen Themen sehr früh fraktionsübergreifend austauschen, um Misstöne möglichst von vornherein zu minimieren. Das Angebot steht!“

 

Quelle: Wümme Kurier 08-2021

Foto: Angelika Dorsch